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Kaktus – mehr als nur Stacheln

Kaktus

Herkunft und Lebensweise des Kaktus

Für viele Menschen ist der Kaktus der Inbegriff von Hitze und hat aber gleichzeitig aufgrund seiner ungewohnten Form etwas Exotisches an sich. Kakteen entsprechen mit ihrem meist gedrungenen Aufbau ohne Äste und Blätter, gar nicht der in Mitteleuropa üblichen Wuchsform von Pflanzen. Allgemein wird angenommen das ein Kaktus nur in Wüstengebieten vorkommt. Kakteen bevölkern jedoch auch sehr oft Wälder und Wiesen. Die Heimat der Kakteen ist Amerika, wobei sich das natürliche Verbreitungsgebiet von Patagonien im Süden bis nach Kanada im Norden hin erstreckt, was bedeutet das Kakteen frostresistent sein müssen.

Kakteen gehören zur Familie der Cacteae. es handelt sich um Stammsukkulenten. Das sind jene Pflanzen bei welchen der Stamm als Wasserspeicher dient, welches den Pflanzen dient auch lange Trockenperioden überstehen zu können. Kakteen benötigen zwar zum Wachsen weniger Wasser als herkömmliche Pflanzen dennoch benötigen auch sie ein Mindestmaß an Wasser um zu überleben. Durch den nicht sehr hohen Wasserbedarf und der Unempfindlichkeit gegenüber vielen Pflegefehlern sind Kakteen sehr für Leute zu empfehlen, die schon mal das Wassergeben vergessen. Solange man die Pflanze nicht zu überstrapaziert werden sie sehr alt.

 

Benötigte Mittel für die Anzucht

Die Anzucht von Kakteen ist relativ einfach. Sie benötigen hierzu lediglich Kaktussamen sowie ein mit Substrat gefülltes Anzuchtgefäß. Suchen Sie ein warmer, heller Standort und haben Sie ein wenig Geduld da Kakteen nicht gerade zu den schnellwachsenden Pflanzen gehören. Die entsprechenden Samen können Sie bei uns preiswert bestellen. Für das Substrat im Anzuchtgefäß ist Cocos-Substrat sehr gut geeignet. Unter Einwirkung von Wasser quillt dieses innerhalb weniger Minuten zu einem torfartigen Substrat auf, das erstens im Gegensatz zu Torf ziemlich keimfrei und zweitens ökologisch einwandfrei ist. Cocos- Substrat besteht aus den Fasern von Cocosnüssen, also eigentlich einem Abfallprodukt.

Zudem speichert Cocos-Substrat Wasser sehr gut, ist aber trotzdem sehr durchlässig, was nicht nur für die Anzucht von Kakteen, sondern auch für die von anderen Pflanzen optimal ist. Der oft empfohlene reine Sand erfüllt diese Anforderungen zwar grundsätzlich auch, trocknet aber an der Oberfläche leicht aus, was für ein jungen Kaktus mit seinen sehr kleinen Wurzeln tödlich sein kann. Zudem ist das Wasserspeichervermögen deutlich geringer als das von Cocos-Substrat, und die Wurzeln finden schlechter Halt. Als Pflanzgefäß verwendet man üblicherweise flache Schalen, da junge Kakteen nicht sehr tief wurzeln. Ideal für die Anzucht von Kakteen, sind sogenannte Zimmergewächshäuser, die aus einem Klarsichtdeckel und einem flachen Unterteil bestehen. Dadurch wird die Verdunstung verringert und gleichzeitig eine für die Keimung hohe Luftfeuchtigkeit erreicht.

 

Die Anzucht aus dem Samen

Füllen Sie das Pflanzgefäß mit einem geeigneten, bereits angefeuchteten Substrat und drücken Sie es fest. Auf die eingeebnete Oberfläche brauchen Sie nur noch den Samen gleichmäßig zu streuen. Kakteen sind im Übrigen Pflanzen die am Licht keimen. Der Samen sollte also nicht mit Substrat bedeckt werden. Wässern ist nicht erforderlich, falls Sie bereits das Substrat feucht genug in das Pflanzgefäß eingefüllt haben. Bereits das Einsprühen mit Wasser würde den mitunter sehr feinen Samen wegspülen. Ein Resultat daraus wären Zonen mit vielen Samen pro Fläche und anderen, in denen kein einziges Samenkorn vorhanden ist. Jetzt brauchen Sie nur noch den Deckel aufzusetzen und das Zimmergewächshaus an einen warmen und hellen Ort zu stellen bzw. die Heizung einzuschalten. Die Substrattemperatur sollte ca. 25 °C betragen. Die Keimung dauert dann meistens nur einige Tage.

Der Platz auf einem Heizkörper ist hierbei mit Sicherheit verkehrt, weil die Temperatur dort viel zu hoch ist. Wenn Sie im Sommer säen, sollten Sie das Zimmergewächshaus am besten ins Freie stellen. Ein Platz in der vollen Sonne ist nicht geeignet, da auch hier unter Glas das Substrat zu hoch aufgeheizt wird. Ideal hingegen ist ein Platz im Halbschatten. Eine weitere Kultur Sie brauchen nichts zu tun außer zu warten und alle paar Tage einmal ganz kurz den Deckel komplett abzunehmen und sofort wieder aufzusetzen, um für frische Luft zu sorgen. Infolge des weitgehend abgeschlossenen Systems entweicht kaum Wasser und braucht damit auch nicht nachgefüllt werden.

Falls die Substartoberfläche doch mal abtrocknet, vorsichtig Wasser mit einem Wassersprüher an den Kaktus zuführen. Auch Düngen brauchen Sie beim Kaktus nicht. Sorgen Sie lediglich für optimale Umgebungsbedingungen wie ausreichende Temperatur und genügend Helligkeit, und Ihre Kakteen werden ganz von alleine wachsen. Erst wenn Ihre Sämlinge etwa 1 cm groß geworden sind, sollten Sie zuerst den Deckel ein wenig und dann innerhalb ca. einer Woche immer mehr aufstellen. Am Ende wird der Deckel dann ganz abgenommen. Dies ist auch der Zeitpunkt, ab dem Sie anfangen müssen, dem Kaktus Wasser zuzuführen. Aber hierbei bitte keinesfalls übertreiben – die Schale ist wasserdicht, so dass sich zu viel Wasser dort staut und Ihre Zöglinge innerhalb weniger Tage eingehen würden.

Deshalb ist es am besten die Oberfläche des Kaktus lediglich mit einem Wassersprüher täglich leicht anzufeuchten. Jetzt ist auch der Zeitpunkt gekommen, mit dem Düngen anzufangen. Nehmen Sie für Ihren Kaktus, maximal ein Zwanzigstel der für andere Pflanzen empfohlenen Menge, so können Sie mit der sehr schwach dosierten Lösung anstatt Wasser die Kakteen täglich übersprühen. Sobald die Sämlinge groß genug sind, dass man sie bequem greifen kann, können sie vereinzelt d.h. in separate Pflanzgefäße verpflanzt werden (solange diese sich nicht gegenseitig sehr nahekommen, muss das aber nicht unbedingt sein).

Als Substrat ist auch hierfür Cocos-Substrat sehr gut geeignet. Allerdings sollten Sie dieses nun mit Gartenerde im Verhältnis 1:2 bis 2:1 vermischen. Auch ein Gemisch aus Sand und/oder Cocos-Substrat und Gartenerde mögen Kakteen gerne. Der Anteil der Gartenerde sollte aber nie größer als 2/3 sein, um eine ausreichende Wasserdurchlässigkeit zu gewährleisten. Durch diese Tipps zur Anzucht gewährleisten Sie zum einen, das Sie einen schönen Kaktus bekommen und auch eine lange Zeit mit diesem Ihre Freude haben werden.

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Venusfliegenfalle – Insektenfressende Pflanze

Venusfliegenfalle

Allgemeines über die Venusfliegenfalle

Die Venusfliegenfalle ist die einzige ihrer Art unter den fleischfressenden Pflanzen. Sie gehört zu der Pflanzenfamilie der Sonnentaugewächse. Der wissenschaftliche Name der Venusfliegenfalle ist Dionaea muscipula. Sie bildet ein Rhizom mit faserigen Seitenwurzeln und erreicht eine Wuchshöhe zwischen 20 und 25 cm. Im Frühjahr bildet die Venusfliegenfalle wunderschöne weiße Blüten und besitzt fangeisenförmige, ca. 10 cm große Fallen. Die Schnappgeschwindigkeit der Fallen liegt bei durchschnittlich 100 Millisekunden. Die Dionaea muscipula ist nur bedingt winterhart und immergrün. Ihr natürliches Vorkommen beschränkt sich auf das kleines Gebiet in den feucht-warmen Mooren von North und South Carolina. Nachdem die Venusfliegenfalle durch eine rücksichtslose Zerstörung ihres kleinen Lebensraumes in Verbindung mit kommerzieller Ausbeutung fast ausgestorben wäre, ist sie heute durch das Washingtoner Artenschutzabkommen international geschützt.

Das alleine erklärt indes noch lange nicht ihre Einzigartigkeit. Es ist vor allem Konzept, das sie entwickelt hat, um sich selbst unter schwierigsten Bedingungen zu behaupten. Mit der Kultivierung der Venusfliegenfalle holen Sie sich nicht nur eine natürliche Fliegenfalle ins Haus, sondern erleben auch hautnah, mit welchen Wundern Mutter Natur aufzuwarten hat. Die Lebensweise der Venusfliegenfalle unterscheidet sich auch sehr im Gegensatz zu der Lebensweise anderen Pflanzen. Bei nur sehr wenigen anderen Pflanzen werden die erforderlichen Nährstoffe nicht durch Dünger, sondern durch Futter verabreicht. Es ist daher empfehlenswert, sich im Vorfeld mit der Lebensweise und dem Aussehen der Dionaea muscipula ein wenig vertraut zu machen. So bleiben die grünen Fangblätter während des Wachstums geschlossen. Im ausgewachsenen Stadium öffnen sich die mit zahnartigen Borsten besetzten Fallen der Venusfliegenfalle. Unter Sonneneinstrahlung färben sich die Blattspreite dann rot. Um die Beute anzulocken verströmen die Blattspreite einen süßlichen Duft und scheiden Nektar aus.

Der Schnappmechanismus der Pflanze wird erst dann ausgelöst, wenn die Fühlborsten und Rezeptoren reagieren. In der ersten Phase des Verschlusses wir die Verwertbarkeit der Beute durch die Pflanze überprüft. Zu kleine Insekten krabbeln wieder heraus, ungeeignete Beute wie tote Tiere werden wieder freigegeben. Nahrung welche sich für die Venusfliegenfalle eignet wird fest umschlossen und innerhalb von 14 Tagen von der Pflanze verdaut. Wenn der Verdauungsprozess beendet ist, öffnet sich das Fangeisen wieder. Dabei werden unverdauliche Reste der Beute, wie Chitin Panzer, Flügel oder Beine vom Wind fortgeweht. Jede einzelne Falle der Dionaea muscipula kann diesen Vorgang 3 bis 6 Mal wiederholen, abgesehen von der Zeit während der Winterruhe sowie im Frühjahr, wenn die Pflanze mit weißen Blüten gedeiht. Falls Sie sich keine Blüte wünschen und stattdessen das Wachstum der Fallen fördern wollen, können Sie den Blütenstängel im Frühjahr an der Basis abschneiden.

 

Standortwahl und Pflege der Pflanze

Der Standort der Venusfliegenfalle, spielt wie bei fast jeder Pflanze, eine enorm wichtige Rolle. Sie mag die Sonne und öffnet nur unter direkter Sonneneinstrahlung die faszinierenden roten Fallen. Wenn Sie der Pflanze ein Klima bieten, wie die Karnivore es von ihrer Heimat her gewohnt ist, werden Sie mit einer üppig wachsenden Pflanze belohnt werden. Bevorzugt werden von der Pflanze besonders eine vollsonnige Lage mit möglichst vielen Sonnenstunden. Extreme Temperaturschwankungen sollten möglichst vermieden werden, da die Pflanze auf diese empfindlich reagiert. Auch vor kalter Zugluft sollten Sie die Venusfliegenfalle schützen.

Die Luftfeuchtigkeit am Standort der Pflanze sollte zwischen 40 bis 55 % liegen. Die Venusfliegenfalle bevorzugt kalkfreies und nährstoffarmes Substrat mit hoher Durchlässigkeit. Am besten gedeiht die Pflanze im Sommer an der frischen Luft bei Temperaturen zwischen 20° und 32° Celsius. Die Fliegen in der Wohnung dürfte das allerdings freuen. In der Herkunft der Pflanze den Mooren von North und South Carolina gedeiht diese in einer dauerfeuchten, sumpfigen und sauren Umgebung, womit die Vorgaben für die Kultivierung klar definiert sind. Das Substrat muss permanent leicht feucht gehalten werden. Zwischen dem gießen sollten man die Pflanzen zuerst leicht antrocknen lassen. Hierbei sollten Sie beachten die Venusfliegenfalle nicht austrocknen zu lassen, aber auch nicht vollständig durch zu nässen. Kalkarmes Regenwasser ist das perfekte Gießwasser da das Wasser aus der Leitung eher ungeeignet für Karnivoren ist. Bei Ermangelung von Regenwasser können Sie auch ruhig zu stillem Mineralwasser mit Zimmertemperatur zurückgreifen.

 

Der Fangprozess der Pflanze

Herkömmlicher Dünger ist für die Dionaea muscipula ungeeignet. Ihre Nährstoffe bezieht die Pflanze ausschließlich aus der Verwertung lebender Beute. Dabei ist die Pflanze ausgesprochen wählerisch und prüft jeden Fang vor dem Verzehr ausgiebig. Im Prinzip fängt die Venusfliegenfalle ihre Nahrung in ausreichendem Maße selbst. Falls Sie jedoch selber mal das spannende Naturereignis sehen wollen, können Sie die Pflanze auch selber füttern. Geeignet dazu sind lebende Ameisen, Fliegen, Asseln und Spinnen. Das Tier sollte maximal 1/3 so groß sein, wie die Falle der Pflanze. Bei zu großen Insekten stirbt die Falle ab. Als erstes wird das Futtertier mit einer Pinzette vorsichtig ergriffen.

Anschließend lassen Sie das Insekt auf das Fangblatt fallen, das sich blitzartig schließt. Im Inneren der Fangblätter befinden sich Rezeptoren, die prüfen, ob die Beute noch zappelt. Ist das nicht der Fall, öffnet sich das Fangeisen wieder. Die Nahrungsaufnahme durch das fangen von Insekten stellt für die Venusfliegenfalle eine kräftezehrende Methode dar. Aus diesem Grund legt diese Pflanze auch eine Winterruhe ein. Den Eintritt in Winterruhe signalisiert die Karnivore, indem sie immer kleinere Fangblätter bildet, die sich nicht öffnen. Falls Sie diese bemerken tragen Sie Ihre fleischfressende Pflanze an einen etwas kühleren aber trotzdem hellen Platz, wo die Temperaturen nicht unter 5° Celsius fallen. Im Verlauf der Winterpause benötigt die Pflanze nur noch wenig Wasser und keine Nahrung.

 

Überwinterung der Pflanze

Für die Überwinterung der Venusfliegenfalle gibt es einen einfachen Tipp. Im Herbst sollten Sie zunächst die Pflanze austopfen. Anschließend befreien Sie den Wurzelballen von sämtlichem Substrat. Danach schneiden Sie die vertrockneten und verfaulten Wurzelstücke ab. Geschlossene Fallen mit Beute-Inhalt entfernen und den Wurzelbereich mit lauwarmem Wasser abbrausen. Im nächsten Schritt nehmen Sie ein Papier einer Küchenrolle und befeuchten es mit ein wenig Regenwasser. Eine Plastiktüte mit 2 bis 3 Lagen des feuchten Papiers auslegen. Die Venusfliegenfalle in das feuchte Papier einlegen. Anschließend die Tüte mit einem Gummiband verschließen. Zuletzt nehmen Sie das Paket und legen es in das Gemüsefach des Kühlschranks, wo sie die Pflanze bei 4 Grad überwintern lassen können. Achten Sie aber alle 6 bis 8 Wochen auf faulende Pflanzenteile um diese rechtzeitig zu entfernen.