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Bärlauch oder auch Waldknoblauch

Waldknoblauch

Waldknoblauch (Bärlauch) – Die Geschichte vom falschen Knoblauch

Der Bärlauch stammt aus Mitteleuropa und ist schon den Heiden bekannt gewesen. Denn der Bär ist ein sehr starkes Tier, dass von den Heiden verehrt wurde. Er ist ein kräftiges Tier, dass als Bote des Frühlings verstanden wurden und somit auch die Fruchtbarkeit symbolisierte. Das der Name Bärlauch auf das Tier zurückgeht, kann man auch dem Namen Bärenklau, Bärlapp, Bärwurz oder Bärentraube entnehmen.

Da der Bärlauch auch im Frühling wächst und geerntet wird, ist die kausale Verbindung auch logisch. Aber auch im deutschsprachigen Raum ist der Bärlauch schon lange bekannt. Jedoch nannte das Volk das Kraut “Ramser” was so viel wie „Zwiebelgewächs“ bedeutet. Das Kraut wurde besonders von Karl dem großen gefördert, der vorschrieb, dass in jedem seiner Gärten Bärlauch gepflanzt werden musste. Da der Kaiser ein Vorbild für viele Menschen war, wurde der Bärlauch ein fester Bestandteil in den Gärten der Menschen. Dadurch nutzen die Menschen der Bärlauch um viele Speisen zu nutzen und er war ein alltägliches Gewürz.

Die Klöster mochten den Bärlauch nicht, da er als fruchtbarkeitsfördernd galt. Durch diesen Umstand und dadurch, dass die Kirche gegen den Bärlauch wetterte, geriet das Kraut in Vergessenheit. In den letzten Jahren erfreute sich der Bärlauch aber einer Renaissance.

Der Bärlauch als Hilfe zur Fruchtbarkeit

Bärlauch galt im Mittelalter aber auch schon bei den Heiden als fruchtbarkeitsfördernd und wurde deshalb gerne von jungen Paaren verzehrt. Auch junge Frauen nutzten den Bärlauch, um ihre Sinnlichkeit zu fördern. Denn man glaubte, dass man durch den Verzehr von Bärlauch die eigene Sinnlichkeit so anregen könnte, dass man den idealen Partner schneller finden konnte.

Jedoch verurteilte die Kirche das Kraut für seine Wirkung. Denn die Mönche lehnten Substanzen ab, die die Sexualität positiv beeinflussten. Aber auch aufgrund des Geruchs wurde Bärlauch abgelehnt, da die Menschen glaubten, dass der Geruch von Bärlauch dem des Teufels ähnelte.

Dabei gingen aber auch die heilenden Kräfte verloren. Denn der Bärlauch hilft den Kreislauf in Schwung zu bringen und wurde früher auch von Schwangeren genutzt. Zudem kommt die Verdauung in Bewegung und so wird Magenschmerzen Abhilfe geschaffen. Aufgrund der guten Wirkung wird Bärlauch heute immer mehr geschätzt. Jedoch wird er nicht mehr aus medizinischer Sicht genutzt, sondern aufgrund des feinen Aromas, was vielen Gerichten einen besonderen Geschmack verleiht.

Der Bärlauch in der Küche

Bärlauch ist ein Zwiebelgewächs und erinnert geschmacklich an eine Kombination aus Knoblauch und Zwiebeln. Dadurch wird der Bärlauch in vielen verschiedenen Gerichten verwendet. Dabei kann man die Gerichte nicht auf eine bestimmte Küche festlegen, da der Bärlauch bis zum Ende des 20. Jahrhunderts keine Rolle mehr in der Gastronomie gespielt hat.

Erst durch Menschen, die sich wieder auf natürliche und alte Gewürze besonnen haben, konnte der Bärlauch eine Renaissance erleben. Deshalb ist es nicht verwunderlich, dass es aus jeder Küche Rezepte gibt, die heute mit Bärlauch aufgepeppt beziehungsweise zubereitet werden. Eine sehr beliebte Variante ist die Zubereitung von Pesto. Dabei wird der Bärlauch mit gerösteten Pinienkernen, Olivenöl sowie Parmesan aufgemixt. So entsteht eine cremige Konsistenz, die sich wunderbar als Nudelsoße macht aber auch als Würzung für Fleisch und Fisch.

Allerdings kann man Bärlauch als Ersatz für Knoblauch in den meisten Gerichten verwenden. Jedoch sollte man bedenken, dass Bärlauch eine andere Konsistenz besitzt als der Knoblauch selbst. Dadurch kann er nicht so gebräunt werden, wie man es mit Knoblauch normalerweise tut. Wenn man Bärlauch verwendet, sollte man ihn immer mit Salz und etwas Öl zubereiten, um das Clorophil zu schützen und somit die Farbe zu erhalten.

Man kann Bärlauch aber auch wunderbar frittieren. Dann dient er als knusprige Beilage beziehungsweise als Topping für Salate, Sandwiches oder andere Essen. Bärlauch ist unglaublich vielseitig.

Die Lagerung von Bärlauch

Bärlauch kann im Frühling geerntet werden, wenn er im Freiland gesät wurde. Dabei werden nicht nur die länglichen Blätter, sondern die gesamten Stängel abgeschnitten. Man kann den Bärlauch trocknen, indem man ihn kopfüber aufhängt und anschließend, nach dem trocknen, mahlt. So kann man ihn in verschiedenen Gewürzmischungen oder auch Marinaden verwenden.

Es lohnt sich aber auch eine größere Menge Pesto herzustellen. Das fertige Pesto kann man in Gläser abfüllen und mit einer dünnen Schicht Öl bedecken. So hält sich das Pesto mehrere Wochen. Es bietet sich auch als schönes Geschenk an. Es ist auch möglich einfaches Öl mit Bärlauch zu aromatisieren. In dunklen Flaschen gelagert ist das Öl mehrere Monate haltbar und kann zu Brot aber auch als Dressing für Salat verwendet werden. Aber auch in Kräuterbutter macht sich Bärlauch als besonderes Aroma gut. Die Kräuterbutter kann man in Portionen einfrieren und bei Bedarf nutzen.

Klein geschnitten kann man den Bärlauch auch einfrieren und als normales TK-Kraut für Soßen, Suppen und Dips verwenden.

Wie pflanzt man Bärlauch richtig?

Bärlauch wird auch Waldknoblauch genannt und muss deshalb in einem entsprechenden Boden gepflanzt werden. Der Boden sollte deshalb humos sein und immer leicht feucht gehalten werden. Im Garten sollte der Boden deshalb ausreichend gedüngt und regelmäßig gegossen werden. Am besten ist ein Plätzchen das im Halbschatten liegt, denn dort gedeiht der Bärlauch schnell.

Jedoch sollte man bedenken das er einen enormen Drang zur Ausbreitung hat. Wenn man den Bärlauch im Freiland sät, dann muss man bedenken, dass man viel Jäten sowie Zupfen muss, damit der Bärlauch im Zaum gehalten wird. Wem es zu viel Aufwand ist, kann eine Rhizomsperre verwenden. So bleibt der Bärlauch im gesteckten Rahmen und der Arbeitsaufwand bleibt gering.

Es ist auch möglich, den Bärlauch in einem ausreichend großen Topf zu züchten. So kann man auch am Balkon immer frischen Bärlauch genießen. Man muss bedenken, dass Bärlauch Samen 14 bis 24 Monate brauchen, bis sie keimen. Dadurch muss man die Ernte des schmackhaften Krautes etwas länger planen. Auch das Vorbehandeln der Samen hilft nicht sonderlich, die benötigte Zeit zu verringern, bis der Bärlauch keimt. Jedoch lohnt es sich, den Aufwand in Kauf zu nehmen, um das schmackhafte Gewürz aus dem eigenen Garten genießen zu könne.

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Schnittlauch (Allium schoenoparsum)

Schnittlauch

Herkunft und Aussehen des Schnittlauch (Allium schoenoparsum)

Der Schnittlauch ist eines der klassischen Küchenkräuter, die es zu jeder Jahreszeit im Handel frisch zu erwerben gibt und es gehört zu den bekanntesten Kräutern überhaupt. Das Schnittlauch, als würzendes Kraut in der heimischen Küche, verfeinert mit seinem zarten zwiebelartigen Geschmack vor allem Salate und Eierspeisen. Einige der im Schnittlauch enthaltenden Inhaltsstoffe fördern darüber hinaus die Gesundheit. Die ursprüngliche Heimat des Schnittlauchs liegt im heutigen Sibirien. Heute kommt Schnittlauch in den Ländern vor, die ein gemäßigtes Klima aufweisen. Er wird in vielen Ländern kultiviert und als Küchenkraut angebaut, darunter auch in den USA und China. Schnittlauch lässt sich heute in vielen städtischen Regionen auch wild finden. Der Schnittlauch ist eine einkeimblättrige Pflanze und gehört zu den Spargelartigen Kräutern. In der engeren Verwandtschaft ist der Schnittlauch ein Mitglied der Familie der Amaryllis Gewächse. Die Gattung Lauch ist mit mehr als 300 Arten sehr artenreich.

Darunter zählen andere bekannte Vertreter wie Küchenzwiebel, Knoblauch oder der Bärlauch. Im Laufe der Zeit wurden einige Schnittlauchsorten gezüchtet, die sich in Geschmack und Wachstum mitunter deutlich unterscheiden. Der Schnittlauch ist eine mehrjährige, ausdauernde Pflanze, welche Wuchshöhen zwischen 10 und 50 cm erreichen kann. Die eiförmigen Zwiebeln des Schnittlauchs sind relativ unscheinbar. Der Durchmesser der Zwiebel erreicht meist nie mehr als 1 cm. Die Laubblätter entspringen der typisch weißen Zwiebel und weisen meist eine grünlich bis graue Färbung auf. Sie wirken wie einzelne Grashalme, die je nach Grad der vegetativen Vermehrung auch einzelne Büschel ausbilden können. Die Blätter des Schnittlauchs sind röhrenförmig und innen hohl. Je nach kultivierter Sorte können die Röhren sehr fein oder sehr grob ausgestattet sein. Schnittlauch bildet meist violette bis rote Blüten aus, die in Form einer Scheindolde zusammengefasst sind. Eine Scheindolde enthält bis zu 50 Blüten und wächst direkt auf der Spitze des Laubblatts. Eine einzige Blüte misst etwa 3 bis 5 mm im Durchmesser. Die Pflanze blüht meist zwischen Ende Mai bis Mitte August und bildet zur Zeit der Fruchtreife kugelige Kapselfrüchte mit dunklen, meist schwarzen Samen.

 

Anzucht aus dem Samen

Der günstigste Standort für Schnittlauch ist eine helle und sonnige bis halbschattige Stelle im Freilandgarten. Das gleiche gilt für die Kultivierung in der Wohnung: die Fensterbank in der Sonne wird schattigen Plätzen vorgezogen. Schnittlauch ist ein sehr pflegeleichtes Kraut, das zum Wachsen und Gedeihen einen humosen Boden mit lehmig-sandigen Anteilen und eine Boden-pH-Wert von 6 bis 7 braucht. Wichtig ist ebenso die regelmäßige Wasserzufuhr. Trotzdem sollte vermieden werden, dass die Pflanze im Wasser steht. Staunässe führt dazu, dass die Halme gelb werden und die Bildung von Schimmel unterstützt wird. Insbesondere bei der Haltung von Schnittlauch im Topf sollte auf eine gute Drainage geachtet werden, bspw. in Form von Blähton, Perlite und Lava am Boden des Topfes.

Mit der Aussaat von Schnittlauch beginnt im Haus ab Mitte Februar, im Freiland ab Ende März. Die Samen können entweder reihenartig oder punktuell ausgesät werden, letztere bilden später sogenannte büschelweise wachsende Schnittlauchhorste, die winterhart sind. Schnittlauch ist ein Kaltkeimer und benötigt für etwa eine Woche eine Kälteperiode von durchschnittlich 5 bis 9 °C. Bei der Anzucht im Haus sollten daher kältere bzw. ungeheizte Plätze bevorzugt werden. Da Schnittlauch eine Pflanze ist die im Dunkeln keimt, sollten die Samen mit etwa 2 cm Erde bedeckt werden. Bis sich die ersten Schnittlauchtriebe zeigen, vergehen zirka zwei Wochen. Alle drei Jahre bietet es sich an, die Schnittlauchhorste zu trennen. Der Schnittlauchbüschel wird vorsichtig mit den Händen zerteilt und ausgedünnt. Schon bald zeigen sich neue, junge Triebe.

Als optimalen Zeitpunkt für die Trennung von Schnittlauchhorsten gilt das Ende der Vegetationsperiode im späten Herbst. Ein Teil des zerteilten Schnittlauchs kann direkt in einen Topf eingepflanzt und als Wintervorrat im Haus gezogen werden. Damit die Pflanze besonders gut austreibt, wird Schnittlauch im Topf bei Nachtfrost für kurze Zeit ins Freie (Garten oder Balkon) herausgestellt. Die Halme verwelken anschließend, treiben bei Zimmerwärme aber wieder rasch aus – genau wie im Freiland, wenn im Frühjahr die Sonne den Boden erwärmt. Durch das regelmäßige Abschneiden der Schnittlauchhalme werden der Neuaustrieb und das Wachstum gefördert. Besonders aromatisch bleibt der Geschmack, wenn zur Zeit der Blüte, die Blütenstände bereits vorher abgetrennt werden. So wird verhindert, dass die Pflanze einen Großteil ihrer Energie in die Blütenbildung steckt. Daneben kommt Schnittlauch im Garten eine ökologische Funktion zu. Schnittlauch steht auf dem Speiseplan von Regenwürmern, die dazu beitragen, das Kraut zu zersetzen und die im Schnittlauch enthaltenen Mineralstoffe über den sogenannten Wurmhumus den Pflanzen im Garten erneut zur Verfügung zu stellen. Zudem zeigt die Erfahrung, dass Schnittlauch neben andere Nutz- und Zierpflanzen gepflanzt, eine schädlingsabwehrende Wirkung hat.

Mit den filigranen Halmen und den rosafarbenen bis violetten Blüten ist Schnittlauch außerdem äußerst dekorativ. Dennoch kann es vorkommen, dass Schnittlauch selbst von Schädlingen heimgesucht wird. Zu nennen ist an dieser Stelle ist der Schnittlauchrost. Der Rostpilz ist auf den Halmen aufgrund der rostroten, kleinen Erhebungen gut auszumachen. Die Bekämpfung des Schnittlauchrosts ist mitunter mühsam, da dieser spezielle Pilz nur bei Schnittlauch beobachtet wurde und gängig Anti-Fungizide nicht wirksam sind. Auch Frost und Kälte bekämpfen den Pilz nicht. Einzig mit einem Radikalschnitt der Pflanzen erzielt man eine nachhaltige Wirkung. Geerntet wird Schnittlauch nahezu ganzjährig. Schon kurze Zeit nach der Aussaat entwickeln sich die ersten zarten Halme, wenn sie etwa 10 cm lang sind geerntet werden können. Die Halme werden ca. zwei Zentimeter über dem Boden abgetrennt. Neben den Halmen können auch die Blüten geerntet und gegessen werden.

 

Das Heilkraut Schnittlauch

Der Schnittlauch wird am besten in der Küche angewandt, denn seine stärkste Heilwirkung entfaltet er, wenn er frisch gegessen wird. Heutzutage kann man Schnittlauch in den meisten Lebensmittelläden preisgünstig im Topf kaufen und dann auf der Fensterbank weiterwachsen lassen. Ein paar Schnipsel davon auf Brot oder in die Suppe gestreut, schmeckt nicht nur gut, sondern dient auch der Gesundheit. Besonders wertvoll ist auch ein Kräuterquark mit frischem Schnittlauch. Man kann übrigens auch die Blüten essen, beispielsweise im Salat. Schnittlauch hilft bei Appetitlosigkeit, Blähungen, Darmentzündung, Husten, Magenentzündung und bei Bluthochdruck. Schnittlauch ist außerdem blutreinigend, harntreibend und schleimlösend.

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Stevia

Stevia

Herkunft und Wirkung von Stevia

Stevia rebaudiana ist eine Staude, die ursprünglich im Gebiet der Amambai-Bergkette zwischen Paraguay und Brasilien vorkommt. Seit hunderten von Jahren wird Stevia von den Einwohnern in Südamerika bei der Zubereitung von Speisen und Getränken und als Heilpflanze verwendet. Im Jahr 1887 entdeckte Moisés Bertoni, ein Naturwissenschaftler, diese Pflanze und machte damit dieses Wissen auch der restlichen Welt zugänglich. Das Hauptinteresse galt von da an den süßen Inhaltsstoffen, den Steviolglycosiden. Diese sind 300-mal so süß wie Zucker, haben keine Kalorien, sind für Diabetiker geeignet und unterbinden die Karies-Bildung. Erst in jüngster Zeit wurde man auf andere Wirkungsmechanismen aufmerksam, die man heute durchaus als gleichwertig betrachten kann. So zeigt sich in Zubereitungen aus den fermentierten Blättern eine sehr starke anti-oxidative Wirkung, die jene des Grünen-Tees sogar übersteigt. Da Stevia eine plaque-hemmende Wirkung hat, findet man Zusätze von Stevia immer mehr in Zahnpasten und Mundwassern. Derzeit werden sogar wissenschaftliche Studien durchgeführt, die eine antikarzinogene Wirkung belegen sollen. Da Steviolglycoside wasserlöslich sind, können sie ohne den Einsatz von gesundheitlich bedenklichen Lösungsmitteln aus den Blättern der Pflanze gewonnen werden.

 

Verwendung von Stevia

Die Blätter von Stevia rebaudiana, sowie die daraus isolierten Steviolglycoside bieten im Vergleich mit anderen Süßmitteln für den Verbraucher viele markante Vorteile. Stevia / Steviolglycoside sind keine chemischen, sondern rein natürliche Produkte. Sie enthalten absolut keine Kalorien und die Blätter können in ihrem Ursprungszustand verwendet werden. Dank ihrer sehr großen Süßkraft, ist ein geringer Verbrauch empfehlenswert auch wenn die Pflanze nicht toxisch ist. Sowohl die Blätter als auch die Steviolglycoside können gekocht werden. Die Pflanze ist beständig bis zu einer Erhitzung von 200°C und als Süßungsmittel bei Diabetes, Neurodermitis, Zucker- und Sorbitunverträglichkeit bestens geeignet. Stevia rebaudiana wird nicht nur traditionell von den Einwohnern Südamerikas als Süßungsmittel verwendet, sondern feiert seit einigen Jahrzehnten einen waren Siegeszug in den Industrieländern. Größter Verbraucher von Stevia ist Japan, wo bereits 1954 mit dem Anbau begonnen wurde. Als die japanische Regierung 1969, wegen gesundheitlicher Risiken, den Verkauf von synthetischen Süßstoffen verbot, stieg dort der Verbrauch von Stevia extrem an und hat inzwischen einen Marktanteil von über 40%. Sie finden heute Stevia in vielen japanischen Fertignahrungen, in eingelegten Meeresfrüchten, Süßigkeiten, Kaugummi, Sojasauce, ebenso in Getränke. Stevia-Blätter können einem Tee oder einer Teemischung zugesetzt werden. Beim Überbrühen gibt Stevia seine Süße ab. Danach werden die Blätter abgesiebt. Besonders Gesundheitstees können so geschmacklich aufgewertet werden. Bei vielen Kleinkindern sind die Zähne durch den dauernden Genuss von Zucker-Tees und Säften bereits angegriffen. Es ist erstaunlich, wie einfach und schnell diese Kinder auf Stevia-Süße umgestellt werden können. Hibiskusblüten, Hagebutte, ein wenig Fenchel und Stevia sind nicht nur gesundheitlich wertvoller, als ein gezuckerter Früchte-Tee aus dem Filterbeutel mit synthetischen Aromastoffen, es schmeckt auch tausendmal besser. In allen Rezepten (Koch- und Backbücher für Diabetiker) bei denen ein Süßstoff wie z.B. Aspartam aufgeführt wird, kann stattdessen Stevioglykosid verwendet werden. Leckereien wie Quarkspeisen, Pudding und selbst Gummi-Bärchen lassen sich damit zaubern.

 

Anbau von Stevia

Der Anbau von Stevia rebaudiana ist auch in Deutschland möglich. Die Halbstaude ist zwar mehrjährig verträgt aber keinen Frost. Am besten ist es, wenn Sie sich die Pflanze aus einem Samen ziehen. Bei der Anzucht aus Samen ist zu beachten, dass eine Keimtemperatur von mindestens 22 Grad Celsius einzuhalten ist. Man sät in eine mit Anzuchterde gefüllte Schale, bringt den Samen auf die Oberfläche der Erde und drückt sie an. Nicht mit Erde abdecken, denn Stevia ist ein Lichtkeimer. Zuerst die Erde gut anfeuchten und die Schale dann mit einer Folie oder Glas abdecken und einen kleinen Spalt zur Belüftung freilassen. An einem hellen und warmen Ort, kommen die ersten Keimlinge oft schon nach 10 Tagen hervor. Jedes einzelne Pflänzchen wird dann in einen Topf eingesetzt. Die Erde sollte sehr durchlässig sein und es sollte sparsam gedüngt werden. Da die Steviapflanze Licht und Wärme liebt, ist ein sonniger Platz, z.B. auf dem Balkon oder der Terrasse ideal. Wichtig ist, dass die Pflanze einen Topf von genügender Größe bekommt, damit sie ihre Speicherwurzeln ausbilden kann. Stevia-Pflanzen mögen es, wie viele Stauden zur Wachstumszeit, gerne feucht. Besser für diese Pflanze ist jedoch ein Wechselspiel zwischen feucht und trocken, ähnlich wie bei Basilikum. Dadurch wird das Wurzelwachstum angeregt und die Pflanze gedeiht besser. Auf jeden Fall sollten Sie stehende Nässe im Wurzelbereich unbedingt vermeiden, sonst bildet sich schnell eine bakterielle Welke und die Pflanze stirbt völlig ab.

 

Pflege und Überwinterung von Stevia

Alle Pflanzen gedeihen im Freiland stets üppiger als im Blumentopf. So kann man die Pflanze im Juni in den Garten umsetzen, muss sie allerdings aber vor dem ersten Frost an einen frostfreien Platz bringen. Die Pflanze zählt botanisch zu den nicht-winterharten Halbstauden, weshalb man sie in der kalten Jahreszeit in einem kühlen Raum an einen hellen Fensterplatz oder in einem Wintergarten überwintern sollte. Wie bei allen Stauden folgt nach der Wachstums- und Blütezeit, die Ruhezeit, die dann eintritt, wenn Lichtmangel, Kälte und Trockenheit herrschen. Dann sterben die oberen Pflanzenteile ab und die Pflanze zieht sich in den Wurzelstock ein. Zurück bleibt ein dürres Gerüst, was jedoch nicht bedeutet, dass die Pflanze tot ist. Die abgestorbenen Zweige sollten Sie bis auf 5 cm abschneiden. Während der Ruhezeit hat die Pflanze keinen Bedarf an Licht und kann darum auch in einem dunklen Keller überwintern. Die Temperaturen können bis +2 Grad sinken. Doch achten Sie darauf, dass der Wurzelstock nicht austrocknet. Bringt man die Stevia-Pflanze ab März an ein warmes sonniges Fenster, treiben schon bald neue Triebe aus dem Wurzelstock aus.
Die Ruhezeit kann auch übergangen werden, wenn geeignete Klimabedingungen, beispielsweise in einem Gewächshaus oder einem sonnigen Wintergarten herrschen. Dann bleibt die Pflanze das ganze Jahr über grün. Allerdings ist sie dann auch sehr anfällig gegen Krankheiten und Schädlinge. Bekommt sie zu wenig Licht “geilt” sie aus. Stevia wird nur selten von Schadinsekten befallen. Sollte es doch nötig sein, empfehlen wir zum Sprühen einen Sud aus Tabak und etwas Seife. Diese Mischung ist nach etwa 2 Wochen biologisch abgebaut. Geerntet werden die Triebspitzen, so wie bei Basilikum, damit die Pflanze buschiger weiterwächst. Zum Schluss die Blätter ausbreiten und bei guter Belüftung im Schatten trocknen.

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Jiaogulan – Kraut der Unsterblichkeit

Kraut der Unsterblichkeit

Das stark rankend Kraut der Unsterblichkeit stammt aus China und Japan. Als Superfood erlangte Jiaogulan in den letzten Jahren auch in der westlichen Welt zunehmend an Bedeutung. Jiaogulan – so fanden Forscher verschiedener Universitäten heraus – verbessert die Nährstoff-Versorgung aller Organe, die Herzleistung und die Blutzirkulation. Auch auf das Hormonsystem und das zentrale Nervensystem hat es positive Wirkung.

Jiaogulan Wirkung

Adaptogen = Ausgleichende Wirkung
Dies ist auf die Wirkung von Jiaogulan als echtes Adaptogen zurück zuführen. Die Pflanze ist immer ausgleichend und passt sich den Bedürfnissen des jeweiligen Menschen an. Was zuviel ist wird gedämpft und was zuwenig ist angeregt. Die ausgleichende Wirkung kommt hauptsächlich von den Saponinen. Saponine sind unter anderem an der Hormonsynthese beteiligt. Im Ginseng sind etwa 20 Saponine nachgewiesen und im Jiaogulan mittlerweile über 100.

Blutdruckausgleichend
Als echtes Adaptogen wirkt Jiaogulan auch auf den Blutdruck, senkt zu hohen und hebt zu niedrigen.

Herzstärkend
Es verbessert die Pumpleistung des Herzens. Das ist vor allem für Sportler wichtig, da es die Ausdauer steigert.

Blutbildend
Das Kraut der Unsterblichkeit hilft bei der Bildung von weißen Blutkörperchen und trägt damit zur Genesung nach einer Chemotherapie bei.

Immunstärkend
Es regt die Tätigkeiten der Lymphozyten, die für die Immunabwehr zuständig sind, an.

Krebshemmend
Das im Jiaogulan vorkommende Ginsenosid Rh2 ist ein besonders tumorhemmendes Glykosid. Die Konzentration des Glykosids in diesem Wunderkraut ist wesentlich höher als im Ginseng.

Cholesterinsenkend
Jiaogulan senkt den LDL („schlechtes“ Cholesterin)-Spiegel und die Triglyceride. Damit hilft es auch bei Übergewicht abzunehmen.

Diabetes
Jiaogulan senkt den Blutzuckerspiegel und verbessert die Blutfettwerte.Dies ist bei Übergewicht sehr hilfreich.

Stoffwechselanregend
Durch die Verbesserung der Durchblutung und des Blutbildes insgesamt und weiteren gesundheitsfördernden Wirkungen ist Jiaogulan insgesamt gut für den Stoffwechsel.

Antioxidant
Jiaogulan regt die Bildung des körpereigenen Enzyms Superoxid-Dismutase an. Das ist ein sehr wirksames Antioxidans und schützt unseren Körper vor freien Radikalen und so vor vorzeitiger Alterung und krebsauslösenden Faktoren.

Stressabbau
Die ausgleichenden Saponine helfen auch dem Nervensystem. Sie wirken beruhigend bei überdrehten und anregend bei müden Geistern. Insgesamt wird die Stressverträglichkeit erhöht.

Jiaogulan Anwendung

Tee
Die Pflanze kann frisch oder getrocknet als Tee aufgebrüht werden. Der Geschmack ist lakritzartig mit einer leichten herben Note.

Frisch verwendet
Die Blätter der Pflanze können auch frisch von der Pflanze genascht werden, als exotische Würze einem Salat beigemischt werden oder einfach auf das Butterbrot gelegt werden.

 

Eigenanbau

Die schnell wachsende Pflanze kann auch bei uns im Garten, Balkon oder auf dem Fensterbrett angebaut werden. Sie ist sehr einfach und unkompliziert zu ziehen. Die meisten Sorten sind winterhart und können im Winter auch im Garten bleiben und treiben im Frühjahr wieder aus. Wer sie auch im Winter geniessen möchte, holt sie einfach auf die helle und warme Fensterbank. Für eine erfolgsreiche Aufzucht wird ein lockeres und leichtes Anzuchtsubstrat benötigt. Optimal wäre eine Mischung aus mineralischen (Vermiculit, Perlit) Komponenten und organischen (Mutterboden, Blumenerde) Bestandteilen. Zu dichtes Substrat hemmt die Wurzelbildung. Jiaogulan is ein Dunkelkeimer, das heißt dass die Samen etwas 3 bis 4 cm in den Boden gedrückt werden müssen. Bevor das Saatgut in den Boden eingearbeitet wird, sollten diese 24 Stunden in warmes Wasser gelegt werden. Das Substrat sollte dabei immer leicht aber nicht zu feucht gehalten werden. Die Keimzeit beträgt mehrere Wochen.